Gastroinvestitionen Blaubeurer Tor und Museumscafe
Der Antrag im Wortlaut:
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Ansbacher,
Ulm verfügt über zahlreiche besondere Orte, die das Gesicht unserer Stadt prägen, Identität stiften und für viele Mitbürgerinnen und Mitbürger emotionale Ankerpunkte darstellen. Zu diesen Orten zählen zweifelsohne das Blaubeurer Tor sowie das Museumscafé am Ulmer Museum.
Beide Standorte besitzen ein enormes Potenzial für unsere Stadtgesellschaft, unsere Gäste und die zukünftige Entwicklung der Ulmer Innenstadt. Gleichzeitig ist uns bewusst, dass die finanziellen Spielräume der Stadt Ulm derzeit begrenzt sind und zahlreiche Pflichtaufgaben höchste Priorität genießen müssen.
Vor diesem Hintergrund beantrage ich, dass die Stadtverwaltung frühzeitig prüft und vorbereitet, inwieweit für beide Objekte eine Ausschreibung beziehungsweise ein Interessenbekundungsverfahren für gastronomische Investoren durchgeführt werden kann.
Ziel sollte es sein, interessierten Akteuren aus dem gastronomischen Bereich die Möglichkeit zu eröffnen, gemeinsam mit der Stadt innovative und tragfähige Konzepte zu entwickeln und umzusetzen. Denkbar wäre dabei, dass die notwendigen Investitionen überwiegend durch den jeweiligen Betreiber beziehungsweise Investor getragen werden und die Stadt im Gegenzug attraktive sowie verlässliche Rahmenbedingungen schafft, beispielsweise durch eine angemessene Pacht, Erbpacht oder vergleichbare Modelle.
Um Investitionen in dieser Größenordnung zu ermöglichen, bedarf es vor allem eines: Planungssicherheit. Nur wenn klare Rahmenbedingungen geschaffen werden und langfristige Perspektiven bestehen, werden engagierte gastronomische Unternehmerinnen und Unternehmer bereit sein, Verantwortung zu übernehmen und in diese besonderen Orte zu investieren.
Gerade das Blaubeurer Tor wird mit Blick auf die Landesgartenschau 2030 eine herausragende Rolle einnehmen. Dieser Bereich wird zu einem Mittelpunkt der Landesgartenschau und damit zu einem Aushängeschild einer erweiterten grünen Lunge unserer Stadt werden. Es bietet sich daher bereits heute die große Chance, gemeinsam mit privaten Investoren einen lebendigen Begegnungsort zu schaffen, der weit über die Landesgartenschau hinaus Strahlkraft für Ulm entfalten kann.Ebenso stellt das Ulmer Museum mit seinem Museumscafé einen zentralen Ort unserer Stadtgesellschaft dar. Der Platz vor dem Museum gehört zu den prägendsten Orten in der Ulmer Innenstadt und verdient eine entsprechende Belebung und Würdigung. Ein attraktives gastronomisches Angebot kann nicht nur die Aufenthaltsqualität deutlich steigern, sondern zugleich auch das Museum selbst stärken und zusätzliche Besucherinnen und Besucher anziehen.
Gute gastronomische Konzepte sind weit mehr als reine Bewirtungsangebote. Sie schaffen Begegnungsräume, beleben öffentliche Plätze, fördern das gesellschaftliche Miteinander, steigern die Aufenthaltsqualität und tragen wesentlich zur Attraktivität einer Stadt bei. Gastronomie kann Heimat schaffen, Menschen zusammenbringen und Orte mit Leben füllen.
Ich bin überzeugt, dass beide Standorte das Potenzial besitzen, zu echten Vorzeigeprojekten für unsere Stadt zu werden, wenn es gelingt, frühzeitig die richtigen Rahmenbedingungen für engagierte Investoren zu schaffen.
Ich bitte die Stadtverwaltung daher um Prüfung und Darstellung geeigneter Modelle sowie um eine Einschätzung, wie ein entsprechendes Interessenbekundungs- oder Ausschreibungsverfahren zeitnah auf den Weg gebracht werden kann.
Mit freundlichen Grüßen
Mario Schneider