Baustelle Ehinger Tor
Der Antrag im Wortlaut:
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Ansbacher,
im Ulmer Süden geht es in diesen Tagen wie im wilden Westen zu. Wer vom Tannenplatz zum Arzt am Pranger fahren will, dem nutzen weder die Tageskarte noch das Euroticket. Er wird im Geduldsspiel erst einmal über das Donautal über die 311 in Richtung Stadtzentrum transportiert. Der nächste Halt ist die Haßlerstrasse, wo dann der Bus, weil mal zu schnell, erst mal wartend ein oder zwei Gedenkminuten einlegt. Von da geht es weiter Richtung Ehinger Tor. Jetzt geht es tatsächlich von dort zum Pranger, allerdings muss man nämlich erst einmal einen Seitenwechsel machen, rüber zum Penthaus. Der Weg ist schlecht gekennzeichnet.
Selbst Handyfetischisten tappen da bei Tageslicht im Dunkeln. Der einzige Hinweis besteht aus einem Pfeil und einem großen "E" in weißer Farbe auf einem Boden, der sich auf der Neuen Straße nächtlich unsichtbar verliert. Ein einsames gelbes Schild weist fehlerhaft zur Innenstadt. Scheinbar geht es auf der anderen Seite der neuen Straße, die Schillerstraße überkreuzend, unterirdisch weiter.
Das Penthaus und seine Unterseite erwarten jetzt den Wanderer, Obststände südlichen Charakters säumen von links den dunklen Weg. Ein Lichtblick zeigt, es geht zur Haltestelle, aufwärts führt die Treppe in ein Menschenknäuel. Dort, wo schon alle warten, auf den Bus oder die imaginäre Straßenbahn, egal, in deren Busersatz ist alles quietschend voll.
Der Weg nach Wiblingen über Neu-Ulm ist einseitig gesehen der alte, ein paar rote Baken säumen den Wegesrest, nur in Höhe des Prangers ist eine halbseitig Baustelle, sie ist einsam und menschenleer. Ich habe da keinen Arbeiter gesehen, so der entnervte Busfahrer der Linie 4, der mit erheblicher Verspätung voll beladen anrollt.
Geschafft! Gut eine Stunde hat es inzwischen gekostet, vom Tannenplatzzentrum zum Pranger, eingeklemmt stehend im Bus. Ich denke, der Shuttle wird es künftig besser machen?
Ich denke, Herr Oberbürgermeister Ansbacher, Vertreter des Gemeinderats und der Verwaltung sollten einmal im Rahmen eines Ortstermins die Situation vor Ort selbst erleben und mit Hilfe Ortskundiger nach Alternativen am Ehinger Tor suchen. Da sind Verbesserungen möglich und nötig.
Im Namen der CDU/ UfA-Fraktion
Dr. Hans-Walter Roth