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22.03.2018, 17:42 Uhr | Karin Graf

Feedback an die Stadt Ulm zum 2. Seniorenbericht

Nach knapp 8 Jahren liegt der 2. Seniorenbericht für Ulm vor. Damit haben wir erneut eine gute Grundlage für die kommunalpolitische Arbeit der nächsten Jahre. Viele, die mit und für „Ältere Menschen“ arbeiten, wurden beteiligt. Eine Vielzahl von Themen wurde umfassend beleuchtet. Eine stadtteilbezogene Analyse liegt vor, was sehr hilfreich ist.

Sie haben in Ihrem Bericht Leitlinien formuliert (S. 3 der Vorlage) und insgesamt 91 Handlungsempfehlungen. Ich will zunächst den Fokus auf den Bereich Wohnen legen.

Die CDU-Fraktion ist der Meinung, dass das Angebot altersgerechter bzw. barrierearmer Wohnungen deutlich erhöht werden muss, sei es durch Sanierung/Umbau oder Neubau. Wo es möglich ist, setzen wir uns darüber hinaus für die Schaffung barrierefreier Wohnungen ein. Hintergrund für ein seniorengeeignetes Angebot ist der Wunsch der Mehrzahl der Menschen, so lange wie möglich in ihren eigenen 4 Wänden zu bleiben und dort alt zu werden.

Für einen steigenden Anteil von älteren Menschen (Alleinlebende und v.a. Frauen mit kleinen Renten) benötigen wir aber nicht nur seniorengerechte Wohnungen, sondern die genannte Gruppe muss sich diese Wohnungen auch leisten können. Hier fehlen u.E. ausreichende Angebote.

Ein weiterer Schwerpunkt ist nach Meinung der CDU-Fraktion die Gestaltung des öff. Raums. Wir teilen Ihre Meinung, dass Planungsentscheidungen seniorentauglich getroffen werden müssen und unterstützen die Forderung nach verstärkter Einbindung des Seniorenrats, aber auch des Inklusionsbeauftragten, des Generationentreffs, der ehrenamtlich in diesem Bereich Engagierten bei den Planungen. Öff. Räume und Grünbereiche müssen für Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit nutzbar sein. Der öff. Raum muss barrierearm sein. Denn Mobilität und damit Kontakt/die Möglichkeit Andere zu treffen, ist von zentraler Bedeutung für die Lebensqualität.

Hier ist nach Meinung der CDU-Fraktion noch Handlungsbedarf. Zu nennen ist vor allem die Gestaltung von Wegen und Straßen. Unregelmäßige Beläge wie bspw. Kopfsteinpflaster ist für ältere Menschen, beim Gehen mit und ohne Rollator, im Rollstuhl ein wirkliches Hindernis. Hier sollten wir ein Umgestaltungsprogramm auflegen. Als konkretes Beispiel ist u.a. der Marktplatz in Wiblingen zu nennen, dessen Belag seit Jahren auf eine Umgestaltung wartet.

Ältere Menschen wünschen sich zudem mehr Sitzgelegenheiten und Bäume, eine bessere Beleuchtung, Absenkung der Bordsteinkanten, Verlängerung der Ampelgrünphasen für Fußgänger, ausreichend breite, nicht zugeparkte Gehwege, und gut erreichbare Toiletten – um nur einige Punkte zu nennen. Auch der ÖPNV könnte noch seniorenfreundlicher gestaltet werden. (Flitzerle wurde bereits genannt).

Auch wenn Sie in Ihren Leitlinien die Förderung von barrierefreien Wohnungen und barrierearmem Wohnumfeld nennen, findet sich in den Handlungsempfehlungen hierzu eher wenig (insg. 12 von 91 Empfehlungen). Wir werden zu den genannten Punkten noch detaillierte Vorschläge zur Ergänzung der Handlungsempfehlungen in einem Antrag nachreichen.

Im sozialen Bereich (Pflege, sorgende Gemeinschaften) gibt es dagegen eine Vielzahl von sehr sinnvollen Handlungsempfehlungen, die wir alle unterstützen. Unser Augenmerk sollte dabei auf aktivierender Hilfe liegen. Unser Kompass sollte die Subsidiarität sein. Die Stadt muss nicht alles selber machen. Es gibt in diesem Bereich viele Aktive, die sehr gute Arbeit leisten und auch dringend gebraucht werden (Fr. Eichenhofer hat es angesprochen) . Unsere Aufgabe sehen wir in der Unterstützung dieser Arbeit und einer guten Verzahnung. In diesem Zusammenhang will auch ich noch die Öffnung bestehender Einrichtungen ins Quartier ansprechen, z.B. SSV - > Bethesda, Schulen - > Mittagstische für Ältere, Familienzentren - > Beratungsangebote.

Auch das letzte Woche im FB Soziales besprochene Projekt PräSenZ halten wir im Sinne der Prävention für ausgesprochen sinnvoll und befürworten die Ausweitung in alle 5 Sozialräume.

Viele Punkte, bspw. der wichtige Aspekt der kultursensiblen Unterstützung älterer Menschen, müssten noch angesprochen werden, ich lasse es hiermit aber bewenden und fasse für die CDU  zusammen:

Die barrierearme Gestaltung des öff. Raums sehen wir als wichtige Querschnittsaufgabe sowohl bei der Gestaltung neuer Stadtquartiere als auch bei Sanierungen und im Bestand.

Das Angebot an seniorengerechten, barrierearmen und barrierefreien Wohnungen/Häusern ist zu erhöhen.

Ältere Menschen mit kleinem Einkommen müssen adäquate Wohnungen in Ulm finden können.

Der zweite Seniorenbericht ist eine sehr gute Grundlage für die zukünftige Stadtpolitik. Das Thema „Ältere Menschen in Ulm“ sollte nach Meinung der CDU-Fraktion in allen Ausschüssen als Querschnittsthema präsent sein.

> Zum Vollständigen Seniorenbericht der Stadt Ulm

Die CDU geht mit Senioren durch die Stadt und benennt die Problemstellen für ältere Menschen.  

Der Ulmer Gemeinderat hat sich mit den Anforderungen befasst, die das Älterwerden mit sich bringt. Aus diesem Anlass haben unser beiden CDU-Stadträtinnen Barbara Münch und Dr. Karin Graf zu einem Rundgang durch die Innenstadt eingeladen. Zusammen mit älteren Menschen wurden Problemstellen in der Innenstadt identifizieren und die Anliegen der Seniorinnen und Senioren aufgenommen. 

> Zum Artikel auf swp.de