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16.04.2019, 20:11 Uhr

Feuer Münsterplatz

Antrag vom 16.04.2019


Der Antrag im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
 
die Bilder, die gerade derzeit über den Bildschirm flimmern, lassen uns erschrecken. In Paris steht die die Kathedrale Notre Dame, ein unersetzliches Weltkulturerbe, in Flammen. 
 
Uns Ulmer wecken diese Bilder Erinnerungen an den letzen Krieg, an Bombennächte, wo unsere Stadt in Flammen stand und das Wahrzeichen einer großen Stadtgeschichte, das Münster, von einer Bombe getroffen wurde. Unsere Vorväter hatten zum Glück schon im vorletzten Jahrhundert den hölzernen Dachstuhl durch eine Eisenkonstruktion ersetzt, - aus Angst vor der Zerstörung durch ein Feuer. Das Ulmer Münster hielt daher allen Brandkatastrophen stand. 
Dennoch erfüllt es unsere Bürger mit Schauern, wenn sie daran denken, das Münster könnte gleichermaßen einem Brand zum Opfer fallen, Paris hat uns gezeigt, alles ist möglich. Wir sollten uns daher Gedanken machen, wo im und um das Ulmer Münster der Brandschutz Schwachpunkte hat. 
 
Am und im Gebäude sind alle nur erdenklichen Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, was mir aber große Sorgen macht, ist das Umfeld. Was geschieht, wenn in diesen Wochen z.B. an einem Samstagvormittag dort ein Brand ausbricht oder sich ein Unfall mit Massenverletzten ereignet? Die Anfahrt unserer Feuerwehr ist erschwert, zahllose Baustellen blockieren derzeit die Innenstadt. So ist der Weg über den Bahnhofsplatz verwehrt, ein Ausweg über die Straßenbahnschienen, von Baubürgermeister empfohlen, ist nicht möglich, vor allem dann, wenn dort ein Straßenbahnzug im Trog steht. Dann geht nichts vorwärts oder rückwärts. In der Bahnhofstrasse geht nur ein schmaler  Fahrstreifen, knapp vorbei am Mac Donald, die Wengengasse ist am unteren Ende für eine Durchfahrt nicht geeignet, die Hirschstraße als Fußgängerzone, wird mittig durch Bettlerangebote großflächig in ihrer Breite eingeengt, da kommt keine Drehleiter vorbei. Für die Pfauengasse und Platzgasse gilt, gerade wenn verkaufsoffen, das gleiche, zumal es schon bei der Zufahrt über die Dreikönigsgasse es wegen des  dort ruhenden Verkehrs sehr eng wird. Der Münsterplatz, an Markttagen von Verkaufsständen belegt, bremst die Feuerwehr genauso aus wie die Zufahrt  über die Neue Straße wo die Linksabbieger schon in der Frauenstraße beide Spuren stadteinwärts blockieren.  
 
Wie auch immer, im Zentrum unserer Stadt darf derzeit nichts passieren, und schon nichts am Münster. Es wird dort eng.
 
Wir wissen, auf unsere Feuerwehr und Rettungsdienste können wir Ulmer uns verlassen, doch wenn die Stadt im Stau ertrinkt, dann geht da nichts mehr. Um dann später nicht zu sagen, man habe davon nichts gewusst, beantrage ich einen Bericht im zuständigen Ausschuss zur Frage: wie stellt man sich einen Großeinsatz am Ulmer Münster vor, wo sind Engpässe, die einen Einsatz erschweren, welche Lösungsvorschläge werden da gemacht. 
 
Mit freundlichen Grüßen

im Namen der CDU Fraktion

Hans-Walther Roth